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| Abraham Lincoln: Begründer des modernen Amerika
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Ein eindrucksvolles Porträt des beliebtesten US-Präsidenten
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Abraham Lincoln: Begründer des modernen Amerika (Gebundene Ausgabe) Nicht John F. Kennedy, nicht Franklin D. Roosevelt und auch nicht Nationalheld George Washington erfreuen sich in der öffentlichen Meinung der Amerikaner derartiger Beliebtheit, wie Abraham Lincoln, dessen historisch bedeutsame Rolle und tragisches Ableben ihm in fast sämtlichen Umfragen zum beliebtesten und bedeutendsten US-Präsidenten erheben. Er war der Mann der die Sklaverei beendete, der die USA in das Industriezeitalter führte und den Zerfall der Nation verhinderte, dabei jedoch einen verlustreichen Bürgerkrieg führen musste, der Narben auf der amerikanischen Seele hinterlassen hat.
Wäre der am 12. Februar 1809 im heutigen Kentucky geborene Lincoln nicht in diesen turbulenten Krisenzeiten gewohnt, die Geschichte hätte ihn womöglich vergessen und selbst wenn er Präsident geworden wäre, eher an die Korruption seiner Administration erinnert, an der die First Lady Mary Todd Lincoln schuld war, als and den großen Redner, der sich als Prärieanwalt den Namen "Honest Abe" verdient hatte. Als Sohn eines Farmers und Pioniers, der an der Frontier versuchte sein Leben zu bestreiten, besuchte der junge Lincoln die Schule nur unregelmäßig. Doch nach dem Tod seiner Mutter kam er durch die zweite Frau seines Vaters Thomas Lincoln, erstmals in Kontakt mit Literatur, die er zu verschlingen begann. Der für die damaligen Verhältnisse ungewöhnlich große und hagere Lincoln tat sich jedoch nicht nur als hervorragender Geschichtenerzähler und nachdenklicher junger Mann hervor, sondern auch als kräftiger Holzfäller.
Der aus einfachsten Verhältnissen stammende Lincoln, verkörperte Pioniergeist und autodidaktische Ambitionen und verdiente sich später als Kaufmann, Landvermesser, Posthalter, Flößer und Miliz-Captain im Feldzug gegen die Sauk-Indianer unter Häuptling Black Hawk. Aufgrund seines Rede-Talents wurde Abe von Freunden auch dazu angestachelt, sich 1832 um einen Sitz im Repräsentantenhaus von Illinois zu bewerben, wohin es ihn schließlich verschlagen hat. Als überzeugter Abolitionist und Mitglied der liberal-konservativen Whigs gelang es ihm sich durchzusetzen und mit Forderungen nach einer Verbesserung der Verkehrswege und des Schulwesens zu punkten. Mit Hilfe seines Freundes John Todd Stuart begann Lincoln schließlich seine Ausbildung zum Advokaten, was damals nur von einer Prüfung abhängig war und so reichten Selbststudium der Fachliteratur und eine Lehre bei einem ansässigen Rechtsanwalt aus, um eine juristische Karriere einzuschlagen.
Doch den Abolitionisten, welche die Sklaverei als barbarisch anerkannten und auf ihre Abschaffung drängten, wehte ein eisiger Wind entgegen, der vor allem von den sklavenhaltenden Staaten im Süden heraufzog. Es sollte die Sklaven-Frage sein, die Lincolns gesamtes politisches Leben überschattete und jene Sprengkraft entwickelte, die schließlich die Abspaltung des Südstaaten und den Ausbruch des Bürgerkrieges möglich machte. Auf Seiten der damaligen Demokraten, allem voran Lincolns Nemesis Stephen A. Douglas, wurde propagiert, dass die Aufhebung der Sklaverei die wirtschaftliche Entwicklung des Landes behindern würde, denn freie Sklaven würden Weißen ihre Jobs und Frauen rauben. Schlussendlich hätte eine Abschaffung der Sklaverei vor allem die Wirtschaftsgrundlage der Südstaaten zerstört, wo Großgrundbesitzer gegen abolitionistische Bestrebungen Sturm liefen und im Bürgerkrieg versuchten Europa zum Kriegsbeitritt zu zwingen, indem man die Baumwolle-Karte ausspielte, also die Versorgung der Alten Welt mit dem wichtigen Rohstoff unterband. Doch nach anfänglichen Protesten fand man in Indien, Asien und Afrika schon bald zuverlässigere Lieferanten.
Nachdem Lincoln 1846 für eine Legislaturperiode im Kongress diente, zog er sich jedoch für geraume Zeit aus der Politik zurück, ehe er 1855 durch die innenpolitischen Entwicklungen elektrisiert, darum bemühte einen Sitz im Senat zu erlangen, den sein demokratischer Gegenspieler Stephen Douglas innehatte. Lincoln verlor, doch die gewonnene Bekanntheit des Gründungsmitglieds der neuen republikanischen Partei, sicherte ihm seine Nominierung als Präsidentschaftskandidat im Jahre 1860. Die Wahl wurde zur Zäsur für das Land, denn in der aufgeladenen Stimmung spalteten sich die Vertreter der Südstaaten von der demokratischen Mutterpartei ab und ernannten einen eigenen Kandidaten. Durch die Spaltung des demokratischen Lagers, konnte Lincoln einen fulminanten Sieg in den Nordstaaten einfahren und damit die nötigen Wahlmännerstimmen erreichen.
Was am 20. Dezember 1860 folgte hatte keiner vorhergesehen, denn nach und nach gaben alle Staaten des tiefen Südens ihren Austritt aus der Union bekannt, angefangen von South Carolina, über Georgia, Florida, Alabama, Louisiana, Mississippi bis Texas. Am 8. Februar 1861 konstituierten sich daher die Konföderierten Staaten von Amerika und kürten Jefferson Davis zu ihrem Präsidenten. Umgehend begann man damit die Militäreinrichtungen und Forts der Union zu übernehmen, doch als die Soldaten von Ford Sumter Widerstand leisteten, kam es zur bewaffneten Auseinandersetzung. Die scheidende Regierung des Nordens unternahm wenig um die Entwicklungen zu verhindern und als Lincoln schließlich sein Amt antrat, war Amerika nicht nur gespalten, es stand am Rande eines Bürgerkrieges, den es um des Ideals der Freiheit und der Demokratie zu gewinnen galt.
Als Zeichen für die moralische und ideologische Überlegenheit der vom Norden verkörperten Werte, ließ Lincoln 1864 gegen manchen Rat Präsidentschaftswahlen durchführen, um zu beweisen, dass Krieg kein Grund sei die Verfassung und Grundfeste des Landes aufzugeben oder auch nur auszusetzen. Im Süden erhoffte man sich die Wende und einen Friedensvertrag mit einem neuen Präsidenten, doch Kriegspräsident Lincoln trug schließlich den Sieg davon, da er sich auf eine Allianz aus Republikanern und Demokraten stützen konnte, die wie er im Namen der nationalen Substanz die Staaten wiedervereinen wollten. Im Gegensatz zur Konföderation fehlte es der Union nicht an Truppen und Material, wohl jedoch an fähigen Generälen.
Es ist eine Ironie der Geschichte, dass dem aus Virginia stammenden Col. Robert E. Lee anfangs das Oberkommando über die Unions-Truppen angeboten wurde, er sich jedoch dagegen entschied, weil er sonst "Landsleute" aus seinem Heimatstaat, der auch Washingtons Heimat war, gegenüber hätte stehen müssen. Umgekehrt war es für General Lee später kein Problem zuerst die Truppen Virginias und schließlich als Oberkommandierender der Föderierten gegen die Union zu führen. Der zögerliche George B. McClellan, der selbst Ambitionen auf das Präsidentenamt hegte, wagte es nicht, den Süden direkt anzugreifen und forderte immer mehr Truppen, auch wenn der Norden an Truppenstärke mehr als überlegen war. Erst mit der Berufung von U. S. Grant zum neuen Oberbefehlshaber konnte Lincoln zum Gegenangriff übergehen.
Den Sieg hat Lincoln jedoch nicht mehr erlebt. Nach den harten Kriegsjahren, in denen die Flagge der Konföderierten sogar bis in Sichtweite des Weißen Hauses vorgerückt war, befand sich der hartnäckige Gegner gerade auf dem Rückzug, als Abe am Abend des Karfreitags im Ford Theater von John Wilkes Booth ermordet wurde und Tags darauf verstarb. Viele Historiker haben ich seither die Frage gestellt, wie die Reconstruction verlaufen wäre, hätte Lincoln überlebt und wäre die Macht nicht an wechselnde Administrationen übergegangen, die es an nötiger Entschlossenheit fehlen ließen.
Abraham Lincolns Lebensgeschichte ist jedoch geblieben und sie kann, vor allem in der Erzählung Ronald D. Gerstes, verständlich machen, wie die USA zu dem werden konnten, was sie heute sind. Die Bedeutung von Waffen als Teil der Kultur im ländlichen Raum, des Amerikanischen Bürgerkriegs an sich macht der Autor genauso verständlich, wie er Lincolns Lebensgeschichte anschaulich und spannend erzählt.
Fazit:
Spannend erzählt und detailliert.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 22. Januar 2009 | | |
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