Das Schattenreich der CIA: Amerikas schmutziger Krieg gegen den Terror


 
interessant, aber einseitig
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Das Schattenreich der CIA: Amerikas schmutziger Krieg gegen den Terror (Taschenbuch) Der Autor hat offenbar einen tieferen Blick in die Verfolgung militanter Islamisten durch die USA und ihre Verbündeten werfen können, und seine Darstellung sind glaubwürdig.

Leider verzichtet Grey oft auf die Darstellung den zum Verständnis des Geschehens erforderlichen Kontexts. Als Beispiel sei Mohammed Haydar Zammar (zuletzt wohnhaft in Hamburg) genannt, der mit Unterstützung der USA (und Deutschlands) nach Syrien verbracht wurde und dort festgehalten wird. Über dessen Hintergrund erwähnt Grey nur, dass "nie Anklage gegen ihn" erhoben worden sei. Das ist korrekt, denn die von ihm geleistete Unterstützung militanter Islamisten war zum Tatzeitpunkt in Deutschland noch nicht strafbar. Indem Grey jedoch Zammars dokumentierte Aktivitäten im Umfeld der "Hamburger Zelle" und seine Rolle beim Zustandekommen von 9/11 verschweigt, erlaubt er es dem Leser nicht, das Dilemma nachzuvollziehen, dem sich Sicherheitsbehörden in seinem Fall ausgesetzt gesehen haben mögen.

Khaled al-Masri widmet Grey ein ganzes Kapitel. Über al-Masris Hintergrund findet man praktisch keine Informationen. Seine Rolle in "Al-Tawhid" erwähnt Grey immerhin in einer Fußnote, verbunden mit dem Zusatz, dass es für Libanesen normal gewesen sei, militanten Organisationen anzugehören. Seine engen Kontakte zu führenden Personen der militant-islamistischen Szene in Deutschland erwähnt Grey sehr beiläufig und unvollständig. Man merkt dem Buch an, dass Grey offenbar kein besonderes Interesse an den entsprechenden Hintergründen hatte.

Der nicht erwähnte Hintergrund einiger der von ihm geschilderten Fälle rechtfertigt natürlich nicht die von Grey glaubwürdig dargestellte Mißhandlung dieser Menschen. Es wäre aber für das Verständnis des politischen Kontexts entscheidend gewesen, diesen Hintergrund zu erwähnen.

Grey fokussiert sich zu sehr auf die (überzeugende) moralische Anklage einer durchaus zweifelhaften Praxis, ohne diese wirklich objektiv und im Kontext zu untersuchen. Das Buch ist somit nicht zu empfehlen für Leser, die mehr über militante Islamisten erfahren wollen. Die Lektüre lohnt sich jedoch für Leser, die sich speziell für das Thema der "Extraordinary Renditions" interessieren, dass der Autor sehr kompetent und glaubwürdig beleuchtet.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 14. Juni 2008
Kundenrezensionen:
3. Praxis der Terrorbekämpfung durch die CIA
2. Die geheimen Folterflüge der CIA - Auf den Spuren der Rendition Group
1. interessant, aber einseitig (die aktuell angezeigte Rezension)
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